Rissiger Asphalt oder rissiges Nachhaltigkeitssymbol?

Eine nachhaltige Strategie für die Zukunft. Eine nachhaltige Infrastruktur. Eine nachhaltige Stadt- und Landschaftsplanung.

Als vielleicht wichtigster Begriff ist Nachhaltigkeit derzeit gesellschaftlich in aller Munde und begegnet uns in den verschiedensten Bereichen. Aber was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich?

Aus sozialer Perspektive steht bei der Nachhaltigkeit die Gleichwertigkeit aller Menschen im Fokus: Die Würde des Menschen oder einfach der Mensch steht im Zentrum.

Aus der Umweltperspektive liegt bei Nachhaltigkeit der Schwerpunkt auf der Pflanzen- und Tierwelt. Alles dreht sich um Meere und Böden oder einfach um die Erde und die Atmosphäre.

Die wirtschaftliche Perspektive konzentriert sich auf die langfristige Rentabilität von Projekten, die langfristige wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit einer Region oder einfach dieSolidität der globalen Finanzsysteme.

Diese drei Aspekte sind zweifellos umfassend, wichtig und im allerhöchsten Maße relevant. Nichts desto trotz weisen sie eine offensichtliche Problemstellung auf. Sie zeichnen ein vereinfachtes und reduziertes Bild von Nachhaltigkeit, das zwar nicht vollständig falsch, in jedem Fall aber unvollständig ist. Könnte es sein, dass die kleinen Fragen von den Schwüngengrober Pinselstriche, nicht zuletzt in den Medien, verdeckt werden? Möglicherweise sollten wir manchmal im Kleinen beginnen. Aber wer möchte schon einen Artikel über eine solide, lange Haltbarkeit garantierende Bauweise schreiben? Darüber, wie wichtig es ist, vorhandene Bauwerke zu pflegen? Über die Dicke von Asphaltschichten oder Rostschutz an Laternenpfosten im Rahmen eines Gesamtbauvorhabens in Växjö? Über den Riss auf der Straße außerhalb von Luleå, den gerade einmal Regenwürmer nach einem Regenguss bemerken, der jedoch eigentlich ein Zeichen dafür ist, dass der Straßenaufbau langsam aber sicher erodiert, wodurch umfassende Schäden entstehen? Über die festgefrorene Weiche südlich von Stockholm, die schlicht und einfach dazu führt, dass 1200 Menschen im Zug festsitzen, während die schöne, sternenklare Winternacht draußen vorm Fenster nicht verhindern kann, dass sich allmählich Ärger aufstaut?

 

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Prüfbericht für Prüfbericht zeigt immer dasselbe auf: Die Infrastruktur weist vorzeitige Schäden auf, und vernachlässigte Instandhaltung ist nicht gut. Überhaupt nicht gut. Leider ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass Staat, Gemeinden, Regionalverwaltungen und private Grundstückseigentümer genau in diese Situation kommen.

Beispiele, die vernachlässigte Instandhaltung veranschaulichen, gibt es nahezu wie Sand am Meer. Wie kommt es aber zu solchen Situationen? Eine denkbare Antwort ist, dass es wesentlich weniger interessant ist, Ressourcen in die Materialauswahl für die Infrastruktur oder die Instandhaltung der vorhandenen Bauwerke zu stecken als eine neue Grünbrücke, einen neuen Platz oder eine neue Schule zu bauen oder aber andere wichtige öffentliche und beliebte Initiativen im Stadt- und Landschaftsbau zu verwirklichen.

Wenn man den Tatsachen aber wirklich ins Auge sieht, ist die Antwort vermutlich eine andere:Die Entscheidungsträger wissen und verstehen sehr wohl, dass die Wahl von Verfahren und Materialien bei Neu- oder Umbauten und die Instandhaltung wichtig, rentabel und notwendig sind. Die eigentliche Erklärung liegt somit eher darin, dass es schwierig ist. Es ist schwierig, höhere Baukosten für einen nicht immer quantifizierbaren Nutzen in ferner Zukunft zu begründen. Instandhaltung ist schwierig. Es ist schwierig, das richtige Verfahren zur Instandhaltung zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Anbieter und zum richtigen Preis auszuwählen.

Diese Antwort lässt vermutlich nicht wenige die Augenbrauen hochziehen. Denn keiner kann wohl im Ernst der Meinung sein, es sei schwierig, einen Riss im Asphalt auszubessern? Aber auch wenn das sehr überraschend sein mag, die Antwort lautet zweifellos: Doch. Und gerade deshalb muss es gemacht und sorgfältig begründet werden. Hierbei müssen Fragestellungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen einbezogen werden.

Für eine Weiterentwicklung muss eine wesentlich umfassendere und enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen stattfinden. Eine Kooperation, die Juristen, Wirtschaftsexperten, Naturwissenschaftler, Statistiker, Ingenieure, Logistiker und Geisteswissenschaftler einschließt, die im Hinblick auf Nachhaltigkeit sämtliche Aspekte einbeziehen.

Es gibt viele Bereiche, in denen verschiedenstes Know-how benötigt wird, um Gesamtlösungen zu verwirklichen, bei denen alle Perspektiven abgedeckt sind, darunter wirklich langfristige Betriebsverträge, die einen Anreiz für die sorgfältige Auswahl von Materialien darstellen und dafür sorgen, dass sich eine sorgfältige Instandhaltung für die Auftragnehmer lohnt, indem der Bauunternehmer beispielsweise einige Jahrzehnte die Instandhaltung des Bauwerks übernimmt. Hierfür sind nicht nur umfassendes Know-how überdie Technik und die Nutzung des Bauwerks erforderlich, sondern auch fundiertes Wissen überdie Finanzierung und langfristige Rentabilitätsmodelle. Alle diese Faktoren müssen in gut formulierten, klaren, vorausschauenden und durchdachten Verträgen festgelegt werden. Dass wir den Nutzen, die Erlebnisse der Nutzer*innen und die Kosten ergänzend in die Lebenszyklusanalyse einbeziehen, versteht sich von selbst, möglicherweise müssen aber auch andere Stakeholder einbezogen werden.

Allgemein ergeben sich interessante Schnittstellen, die durch die Nutzung eines interdisziplinären Ansatzes große Bedeutung gewinnen können. Wie wäre es, beim nächsten auszubessernden Riss im Asphalt Know-how aus den Bereichen Materialermüdung, Polymertechnik, Meteorologie, Energieverbrauch, Hydrologie, Arbeitsumwelt, Reibung, Abzinsung, Vertragsstruktur und Instandhaltsverfahren zu kombinieren?

Klingt interessant, oder?

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För att komma framåt måste det utvecklas ett mycket bredare och mer gediget samarbete mellan olika kompetenser. Ett samarbete som involverar jurister, ekonomer, naturvetare, ekonomer, statistiker, ingenjörer, logistiker och humanister som tillsammans arbetar för att göra hållbarhetsfrågan fullständig.

Vi ser exempel där många kompetenser behövs för att få till fullständiga lösningar med alla perspektiv täckta, som riktigt långa driftavtal som ger incitament för kloka materialval som gör att det lönar sig för utförarna att underhålla robust, kanske tom låta den som bygger underhålla anläggningen i ett antal decennier. För detta krävs djup kunskap om teknik såväl som nyttjandet av anläggningen, men också djup kunskap om både finansiering och långsiktiga lönsamhetsmodeller, allt innefattat i välskrivna, tydliga, förutsägbara och genomtänkta kontrakt. Att vi inkluderar brukarnas nyttor, upplevelser och kostnader för att få livscykeln komplett i analysen är givet, men kanske också andra intressenter bör finnas med.

Generellt finns intressanta gränsytor som kan göra stor skillnad då en antar en tvärvetenskaplig ansats. Så varför inte kombinera kunskap om materialutmattning, polymerteknik, meteorologi, energiförbrukning, hydrologi, arbetsmiljö, friktion, nuvärdesberäkning, avtalsstruktur och underhållsmetod nästa gång du ska laga en spricka i asfalten?

Visst verkar det spännande?